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Tour 1: Anreise Troisdorf - Tana Bru

Anreise Troisdorf-Tana Bru 001Anreise Troisdorf-Tana Bru 006Nach langer Planung geht es endlich los. Nonstop Troisdorf-Tana Bru, dort soll unsere Rundreise beginnen. Morgens, in aller Frühe, geht’s los. Super Wetter. Im Laufe des Tages bilden sich hinter uns lange Staus. Ein Glück, dass wir so früh gestartet sind. Nachmittags erreichen wir Heiligenhafen; geduscht, entsorgt, noch eingekauft, sind wir gegen Abend am Fährableger in Puttgarden. An Deck holen wir uns die erste Bräune. Spät Abend erreichen wir Dänemark. Entschließen uns nicht die Brücke sondern in Helsingør nochmals die Fähre nach Helsingborg zu nehmen. Übernachtet haben wir dann in Värnamo.
Am nächsten Tag, bei strahlendem Sonnenschein, setzen wir morgens unsere Reise fort. Über Stockholm und Upsala sind wir abends auf einem Rastplatz in Ångersjön.
Bei Sonnenschein, aber schon kälter, geht es am folgenden Tag weiter auf der E 4, durch endlose Wälder, in Richtung Norden. Kurz vor Mitternacht erreichen wir in Finnland den Campingplatz Ounaskoski in Rovaniemi (Stellplatzgebühr 22,00 Euro). Hier erleben wir zum ersten Mal die Mitternachtssonne. Allein hierfür hat sich schon die Kilometerfresserei gelohnt.

Anreise Troisdorf-Tana Bru 012Anreise Troisdorf-Tana Bru 013Anreise Troisdorf-Tana Bru 014








Anreise Troisdorf-Tana Bru 027Anreise Troisdorf-Tana Bru 028Bei leicht bedecktem Wetter geht es auf der E4/75 weiter, und dann sind sie da, die Rentiere. Erst eins, dann zwei, dann ganze Rudel. Es ist kaum zu glauben! Neben der Straße, auf der Straße, überall. Sind wir in einem Nationalpark? Nein, immer noch auf einer Bundesstraße. Das war schon ein tolles Erlebnis. Gegen 18.30 Uhr erreichen wir die Norwegische Grenze.


Tour 2: Hamningberg (Varanger-Halbinsel)


Tour 02 Tana Bru-Hamningberg 003-300In Tana Bru gibt es nicht sehr viel zu sehen, deshalb fahren wir noch weiter zu unseren nächsten Übernachtungsplatz auf der Varanger-Halbinsel. An der Kirche in Nesseby stehen wir einsam und ruhig und können die Mitternachtssonne genießen. Um zum Anfangspunkt unserer Rundreise zu gelangen sind wir jetzt über 3200 km gefahren. Das hört sich schon gewaltig an, aber es hat mir sehr viel Spaß gemacht. Durch die Helligkeit über 24 Stunden ist mir diese Strecke durch viele neue Eindrücke nicht zu lang geworden. Es fährt sich halt viel entspannter als auf unseren Autobahnen. Trotzdem: Endlich kann der Urlaub beginnen.
Morgens, es ist es bedeckt und kalt, geht es auf der Varanger-Halbinsel weiter in Richtung Hammingberg. In Vadsø machen wir einen kurzen Stopp. Nicht weit entfernt sehen wir den Luftschiffmast von 1926. Von hier aus sollte das Luftschiff  Italia zur großen Arktisexpedition starten. Leider endete die Fahrt schon kurze Zeit später. In einem Schneesturm musste die Italia in Spitzbergen notlanden. Bei der dramatischen Rettungsaktion verlor der berühmte Polarforscher Roald Amundsen sein Leben.
Durch eine karge Landschaft, nur Berge, Felsen und etwas Moos nähern wir uns dem Ende von Europa. Neben der schmalen Straße nur schroffe Felsen, die wie Nadeln in den Himmel ragen. Dann erreichen wir Hamningberg. Aber außer ein paar Häusern gibt es nur einen wunderbaren Blick über die Barentssee. Die Gegend wirkt sehr verlassen.

Tour 02 Tana Bru-Hamningberg 015Tour 02 Tana Bru-Hamningberg 018Der Hafen von Hamningberg existiert nicht mehr, die meisten Häuser sind verfallen. Die wenigen noch bewohnten Häuser werden wohl nach und nach wieder renoviert. Die meisten Einwohner sind nach Vardø übergesiedelt. Auf dem Rückweg übernachten wir in Tana Bru. Schon jetzt wird uns klar, dass unser Gasvorrat (2 Fl. x 11 kg) auf keinen Fall für vier Wochen ausreichen wird.  

Tour 3: Gamvik (WoMo-Nordkap)

Tour 03 Hamningberg-Gamvik001Tour 04 Gamvik-Hammerfest-Nordkap 002Die Finnmark ist gleichzeitig die nördlichste, die ausgedehnteste und die am wenigsten bevölkerte Provinz des Landes. Hier wohnen eigentliche Norweger, Kvener (finnische Einwanderer) sowie die Lappen oder Samen. Abgesehen von der Küste besteht die Finnmark aus einem riesigen moos- und heidebewachsenen Plateau.
In dieser wilden und armen Landschaft, die unendlich erscheint, herrscht eine außergewöhnliche Stille. Lediglich Rentierherden, die hier ihre aus Moos und Flechten bestehende Nahrung finden, und Lappen in ihrer originellen Kleidung beleben gelegentlich das Bild.
Im Sommer scheinen eine nicht untergehende Sonne und ein fast blaues Licht geheimnisvoll unter der Grenzenlosigkeit des Himmels. Es weht ein sanfter, gleichmäßiger Wind.

Tour 03 Hamningberg-Gamvik019Tour 03 Hamningberg-Gamvik015Bei nur 6 ° und eisigem Wind geht es heute in Richtung Womo-Nordkap. Die einzige Straße dorthin wird momentan erneuert und ist nichts für schwache Nerven. Die Landschaft wirkt völlig leblos, Steine, nichts als Steine, trotzdem verströmt sie einen besonderen Reiz. Passend zur Umgebung hört auch der Teerbelag auf der Straße auf. Über 8 km fahren wir mit max. 10 km/h auf einem holprigen Weg. Aber das Womo-Nordkap entschädigt uns für alle Mühe. Bei 9 Grad und strahlenden Sonnenschein haben wir einen tollen Blick über das Eismeer. Man kann sehr gut die Krümmung der Horizontlinie erkennen. Gegen Abend geht’s zum Übernachten weiter auf einen Campingplatz nach Lakselv.

 

Tour 4: Hammerfest - Nordkap

k08Morgens ist es bewölkt, gelegentlich auch Regen und ein eiskalter Wind bei 4 °. Eigentlich wollten wir heute zum Nordkap. Da es aber so kalt und das Wetter so unbeständig ist, haben wir uns entschlossen, erst Hammerfest zu besichtigen, mit einem Zwischenstopp am Trollholmen. Rentiere und die Schafe begleiten uns auf der ganzen Tour. Leider war an diesem Tag in Hammerfest nicht viel los, die kleinen Hafengeschäfte hatten alle geschlossen und es regnete alle Augenblicke. 

Hammerfest 003Hammerfest 009Tour 04 Gamvik-Hammerfest-Nordkap 039








Nordkap03-400Die ganze Nacht hat es geregnet und gestürmt. Auch morgens keine Wetterbesserung. Bei Windstärke 8 und starkem Regen geht’s los zum Nordkap. Für die Fahrt braucht man gute Nerven und keine Tunnel- oder Höhenangst (1 x 4 km, 1 x 6,8 km, 1 x 3 km). Anne hat beides! Dadurch wird die Fahrt für sie schon zur Tortour. Überall auf der Strecke sind Rentiere und Schafe, die immer Vorfahrt haben. Durch dichten Nebel kommen wir gegen 14.15 Uhr am Nordkap an (Koordinaten 71°10´21“). Endlich: Wir sind am Ziel unserer Träume!
Man kann kaum die Hand vor Augen sehen. Durch Sturm und Regen (3°) gehen wir erst mal in den Infocenter. Schauen uns dort einen Film an um zu sehen, wie es hier oben überhaupt aussieht. Zwischenzeitlich klärt es sich etwas auf, ich gehe direkt raus zum Fotografieren. Kaum habe ich ein paar Bilder gemacht, wieder innerhalb von Minuten Nebel und starker Regen.
Nordkap400Deshalb haben wir uns erst mal im Shop umgesehen und diverse Andenken und Postkarten gekauft. Danach geht es wieder zum Womo, wir warten jetzt erst mal auf besseres Wetter. Gegen Abend klärt es sich plötzlich wieder auf, zeitweilig kommt sogar die Sonne durch und wir genießen einen wunderbaren Blick übers Meer. Kaum bin ich mit fotografieren fertig, zieht es sich wieder so zu, dass man keine 10 Meter weit sehen kann. Ist schon ein tolles Erlebnis, in so kurzen Abständen die Veränderung des Wetters zu beobachten. Abends gönnen wir uns im Nordkap-Restaurant ein Essen vom Büffet. Nachts klärt es sich wieder auf. Ich sofort wieder los mit meiner Kamera. In diesem Augenblick war ich ganz allein auf dem Plateau und der Weltkugel, dem Wahrzeichen vom Nordkap. Die Weltkugel liegt 300 Meter über dem Meerespiegel, auf einer senkrecht ins Meer fallende Klippe - dem Nordkapplateau. Von hier aus sind es nur noch knapp 2000 Kilometer bis zum Nordpol.
Am Nordkap pulsiert das Leben rund um die Uhr. Busse, Womos, Pkw´s und Fahrradfahrer kommen die ganze Nacht über an. Der Infocenter hat von 6.00 bis 2.00 Uhr nachts durchgehend geöffnet. Ja, auch Fahrradfahrer kommen bergauf und bergab (durch die Tunnel) mit dem Rad zum Nordkap.
Am Morgen kommt kurzzeitig die Sonne wieder durch; dann wieder innerhalb von Minuten aufkommender Nebel.  Nach dem Frühstück verlassen wir das Nordkap mit Eindrücken, die man nicht beschreiben kann. “Einmal im Leben muss man am Nordkap gewesen sein“, das können wir nur bestätigen.


Tour 5: Alta - Bjerkvik


Tour 05 Nordkap-Alta 020Wir sind schon erleichtert, als wir auf der Rücktour vom Nordkap alle Tunnel wieder durchfahren haben. Hinter dem Tunnel überholen wir ein motorisiertes Dreirad. Der nette Fahrer hatte eine Wette gewonnen und ist von Süddeutschland bis zum Nordkap gefahren. Weiter geht’s in Richtung Tromsø. In Alta finden wir in der Touristen-Information einen PC mit Internetanschluss. Wir erledigen schnell wichtige E-Mails. Die Sonne kommt zeitweilig durch und wir hoffen heute mal wieder die Mitternachtssonne in den Lyngen Alpen zu sehen. Es wird jetzt auch langsam wärmer, gegen Mittag schon 10°C. Durch Berge und Täler, und Wasser soweit das Auge reicht, kommen wir abends auf einen traumhaften Übernachtungsplatz bei Dyupvik (100 Kronen) an. Hier liegt sogar gehacktes Holz für ein Lagerfeuer bereit. Es ist bereits fast Mitternacht und immer noch leichter Sonnenschein. Wir können uns an dem tollen Panorama der Lyngen-Alpen nicht satt sehen. Direkt am Fluss, der in den Lyngen mündet, gegenüber der Gletscher, schlafen wir die restliche Nacht beim Rauschen des Wassers wunderbar.

Tour 06 Alta-Bjerkvik 009Tour 06 Alta-Bjerkvik 038Tour 06 Alta-Bjerkvik 037








Lyngen-Alpen 08









Welch ein schöner Ausblick ! An diesem schönen Panorama der Lyngen-Alpen konnten wir uns nicht satt sehen...

Tour 06 Alta-Bjerkvik 042Tromsoe 004Morgens beim Frühstück genießen wir noch mal die tolle Aussicht und fahren dann gegen Mittag u .a. mit den Fähren von Olderdalen-Lyngseidet und Svensby-Breivik abseits der E6 weiter in Richtung Tromsø. Vor der Brücke nach Tromsø sehen wir schon die berühmte Eismeerkathedrale. Bedeckt, aber trocken bummeln wir durch den alten Stadtkern, die Fußgängerzone und dem Hafen. Verschicken im Internetcafe schnell ein paar Mails, besichtigen den Dom (sehr zu empfehlen, er ist eine der größten Holzkirchen Norwegens aus dem Jahr 1861) und fahren dann durch einen riesigen Tunnel mit mehreren Kreisverkehren in Richtung Narvik. Nehmen nicht die E6, sondern schaukeln auf einer Nebenstrecke (mit Fähre) durch Berg und Tal langsam vor uns hin. Das Wetter wechselt dauernd; besichtigen den Malselvfoss- und den Storfoss Wasserfall, wobei der erste wohl der Imposanteste in Norwegen ist. Immer noch ist es 24 Stunden hell. Zum Schlafen geht’s noch weiter bis zum Samenmuseum bei Myrnes. Eine Gasflasche ist jetzt bereits leer. Für den Rest der Rundfahrt wird es jetzt schon ziemlich eng. Bei diesen Temperaturen sollte man eine dritte Gasflasche oder eine Tankgasflasche an Bord haben.

Tromsoe 030Tour 06 Alta-Bjerkvik 063Tour 06 Alta-Bjerkvik 074








 

Tour 6: Vesteralen

Panorama 02








Tour 07 Vesteralen 005Tour 07 Vesteralen 006Endlich mal wieder etwas Sonnenschein. Auf dem Weg zu den Vesteralen setzen wir mit der Fähre von Revsnes nach Flesnes über. Zwischenzeitlich zieht es sich wieder zu und es regnet leicht. Dieser Wetterumschwung, manchmal innerhalb von Minuten, ist schon beeindruckend. Durch Berge und Täler, mit Blick aufs Nordmeer fahren wir zum Übernachten über Myre auf einem Stellplatz in Stø.
Eigentlich wollten wir eine Walsafari mitmachen, aber das Wetter war derart schlecht, dass wir darauf verzichteten. Einige wenige waren allerdings mutiger und fuhren mit der MS Leonora raus zum Bleik djupet, dem Speiseplatz der Pottwale. Allein schon wegen der verpassten Wahlsafari werden wir sicher nochmals wieder kommen.

Tour 07 Vesteralen 016Tour 07 Vesteralen 110Stoe 012








Nyksund 013Nyksund 006Wieder bedeckt und Regen; wir kommen aus den Wintersachen nicht raus. Erste Station heute ist Nyksund. Nur wenige der Fischerdörfer an der Küste sind so reich an Mythen wie Nyksund - um die Jahrhundertwende einer der größten Orte auf den Vesterål-Inseln. Der Verfall begann in den 70er Jahren. Der Hafen von Myre wurde vergrößert und bot auch großen Schiffen Platz. Die Fischer bekamen Prämien für die Umsiedlung nach Myre und somit wurde Nyksund zur Geisterstadt. In den 80er Jahren gab es mehrere Versuche, den Verfall aufzuhalten und die besonders interessanten Orte zu restaurieren, doch ohne Erfolg. Die Anfahrt ist schon abenteuerlich. Einspurig auf einem Holperweg geht es über 10 km bis zum Ziel. Auf dem Weg nach Nyksund fahren wir immer wieder an Gestellen mit getrockneten Dorschköpfen vorbei. Diese werden in 30-kg-Säcke verpackt und nach Nigeria verschickt, wo man daraus eine kräftige, scharfe Suppe kocht.
Zwischenzeitlich haben sich in Nyksund auch wieder Menschen niedergelassen. Wir gehen ins Café und siehe da, der Koch und die Bedienung sind Deutsche. Egal in welchen Ort man hier kommt, jedes Fischerdörfchen hat seinen besonderen Reiz.


Tour 7: Lofoten


Lofoten Allgemein 002Das Wahrzeichen der Lofoten: Ein Wickingerboot mit drei Insassen und vier darunter schwimmenden Fischen.
In Nordland liegt die berühmte Inselkette der Lofoten, die aus der Ferne wie eine steil aus dem Meer aufragende Mauer aussieht. Der Eindruck ist so überwältigend, dass sich dem Betrachter das Gefühl aufdrängt, es handle sich um eine Kulisse, bei der alles zu dramatisch, zu phantastisch ausgefallen ist, als dass man glauben könnte, sie sei echt. Niemand wird sich der Schönheit des Schauspiels entziehen können, das sich entfaltet, wenn dieser mächtige Felswall in das bunte, glänzende und grelle Licht der Mitternachtssonne getaucht wird. Die aus 80 bewohnten Inseln bestehenden Lofoten erstrecken sich nördlich von Bodø und westlich von Narvik über eine Länge von 190 Kilometern. Sie sind die Heimat der Kabeljaufischer und die Kulisse für den großen Lofotenfischfang, der von Mitte Februar bis Anfang April den Alltag der Menschen auf den Lofoten bestimmt.

Lofotenkarte-1Wir setzen von Melbu mit der Fähre auf die Lofoten über. Die Lofoten bestehen aus den Inseln Røst, Værøy, Moskensøya, Flakstadøya, Vestvågøya, Gimsøya und Austvågøya. Das Wetter schlägt andauernd um. Lange beständige Wetterlagen gehören zu den Ausnahmen. Erste Station ist hier Svolvær. Eine traumhafte Landschaft, gewaltige Bergkulissen, Felsen und das Meer begleiten uns auf der Fahrt. Leider verschwinden die Berge immer wieder im Dunst oder tiefen Wolken. Das Lofotengebirge zählt zu den ältesten der Welt. Geformt in die uns heute sichtbare Gestalt wurde es in der letzten Eiszeit vor ungefähr 10.000 Jahren. Diese Landschaft kann man nicht beschreiben, man muss sie gesehen haben. Auf den Lofoten leben nur rund 25.500 Menschen.

Melbu 004Henningsvaer 008Henningsvaer 018








In Henningsvær bummeln wir durch den Ort und den Hafen, und treffen natürlich wieder Deutsche. Unsere  Landsleute sind überall. Der Fischerort Henningsvær liegt auf einer Insel, die über zwei Brücken zu erreichen ist. Man nennt Henningsvær auch das “Venedig der Lofoten”. Weiter geht es zum Übernachten auf einen Picknickplatz bei Borg.
Mit klarer Sicht und 11 Grad geht die Rundreise auf den Lofoten am nächsten Tag weiter. Durch Tunnel und über Brücken hopsen wir von Insel zu Insel. Zum Frühstücken fahren wir in den Nusfjord. Nicht nur sehenswert, einfach atemberaubend dieser Anblick.
Das sehr malerisch zwischen Felsen gelegene Fischerdorf mit seinen traditionellen Fischerunterkünften, den Rorbuern, steht auf der UNESCO-Liste der erhaltenswerten Kulturdenkmäler. In der Vergangenheit wohnten in den Rorbuern die Fischer, trockneten hier ihre Kleidung, kochten und schliefen auf engstem Raum.

Nusfjord 011Nusfjord 014Nusfjord 019








Sund 012Wir fahren weiter über Ramberg (super Sandstrand) bis zum malerischen Fischerdörfchen Sund. In Sund finden wir ein kleines aber interessantes Museum, das sich mit der Motorisierung und Instandhaltung von Fischkuttern befasst. Man kann alte Schiffdiesel in Betrieb sehen und hören. Es gibt auch ein kleines Bootshaus mit Nordlandbooten und diversen Zubehör. Bei diesem Rundgang haben wir zur Erinnerung beim Kunstschmied einen Königskormoran aus Stahl gekauft. König Olav V eröffnete im Jahre 1963 die Lofotenstrasse. Ihm wurde dann der erste “große Kormoran” überreicht, von dem Schmied aus Sund geformt und geschmiedet. Die Figur war an einem Stein befestigt und seither trägt dieser Vogel den Namen Königskormoran.
Der Ort Reine verkörpert das typische Bild der Lofoten, ein Fischerort mit bunten Häusern vor der beeindruckenden Kulisse des Meeres und der Berge. Hier liegen direkt am Hafen die Reine-Rorbuer, sehr gemütlich eingerichtete Fischerhäuser. In Reine gibt es urige Fischrestaurants.

IMG 5750Reine 003Reine 025








A 001Dann ging es weiter bis zum südlichen Ende der Lofoten, nach Å. Hier endet die Europastraße 10.
Von dem Ort sind wir enttäuscht. Touristen über Touristen, aber wir fanden andere Orte (z.B. Reine) viel schöner. Aber sehemswert sind das Stockfisch-Museum und die älteste Trankocherei ganz Norwegens. Im Stockfisch-Museum erfahren Sie alles über die Herstellung und den Verkauf von Trockenfisch, Norwegens ältestem Exportartikel.


A 010A 012A 018Auf der Rückfahrt halten wir kurz in Sakrisøy, kaufen in einem kleinen Fischladen eine große Portion Lachs und fahren weiter nach Borg, um uns das Wikingermuseum anzusehen.





 

Wikinger-Museum Borg 002Wikinger-Museum Borg 018IMG 5759








FaehreSvolvaer015Wir entschließen uns das Wetter noch auszunutzen und zur Fähre nach Svolvær zu düsen. Gegen 23.30 Uhr kommen wir an der Fähre in Svolvær an; können direkt drauf fahren, die Tore schließen sich und los geht eine 2stündige Fahrt nach Skutvik auf dem Festland. Von Bord aus können wir noch einmal das herrliche Panorama der Lofoten in der Mitternachtssonne erleben. Die Lofoten sind einfach fantastisch. Bücher und Filme können die malerischen Fischerdörfchen und die schöne raue Landschaft, die laufend zwischen Felsen und Wasser wechselt, nicht wiedergeben.

 


Tour 8: Skutvik - Trondheim


Nach einem kurzen aber geruhsamen Schlaf geht es heute in Richtung Trondheim weiter. Strahlender Sonnenschein. Wir lassen es heute ganz langsam angehen. Durch eine wunderschöne Fjordlandschaft schaukeln wir langsam vor uns hin; machen mal hier und mal dort halt; genießen einfach die schöne Aussicht. Von Fauske bis Lønsdal fahren wir auf einer Strecke von 60 km durch 22 Tunnels, wobei der Längste 5 km und der Kürzeste 700 m lang war. Auch hier ist die Landschaft wieder atemberaubend. Dann geht’s gegen Abend hinauf in das Fjell. Wir lassen die letzten Bäume hinter uns, der Polarkreis ist jetzt nahe. Halten bei strahlendem Sonnenschein gegen 21.30 Uhr auf einem schönen Übernachtungsplatz in der Nähe des Polarsirkels.

Tour 09 Skutvik-Trondheim 010Tour 09 Skutvik-Trondheim 012Tour 09 Skutvik-Trondheim 031








Tour 09 Skutvik-Trondheim 033Mit Regen werden wir morgens geweckt, bei mal eben 13 Grad. Besichtigen als erstes den Polarsirkel, kaufen mal wieder ein paar Souvenirs; Udo macht seine Fotos und dann geht es weiter in Richtung Svartisen-Gletscher. Der Svartisen ist mit rund 370 qkm der zweitgrößte Gletscher Norwegens. Die Farbe des Wassers verändert sich jetzt, es ist grau-grün. Man kann sehr gut erkennen, ob es sich um Meer-, Fjord- oder Gletscherwasser handelt. Vor dem Vergnügen kommt die Arbeit. Trotz übersetzen mit dem Boot über den Svartisvatnet zu einer Anlegestelle unterhalb eines Felshanges ist noch eine Kletterpartie von 5 km nötig, um zum Gletscher zu gelangen.
Zum Schlafen fahren wir weiter zum Laksfoss bei Grane.

Svartisen-Gletscher 017Svartisen-Gletscher 026Laksfoss








Tour 09 Skutvik-Trondheim 039Klosterruine Munkeby in Levanger 004Bei strahlendem Sonnenschein und schon 20 Grad geht es weiter in Richtung Harran. Zwischenzeitlich regnet es mal wieder und das Thermometer geht schon wieder runter auf 15 Grad; es ist sehr schwül. Durchfahren bei Mellingvatn das Nordtor und befinden uns ab jetzt wieder in Südnorwegen. Düsen dann durch einen 8,6 km langen Tunnel. Beim Fiskumfoss besichtigen wir ein Lachsmuseum und weiter geht’s zum Formofoss. Diese Wassergewalten sind schon faszinierend; man kann sich nicht satt sehen. Zum Übernachten fahren wir zur Klosterruine Munkeby. Stehen dort ganz einsam und allein. Das Kloster Munkeby wurde wahrscheinlich in der Mitte des 11. Jahrhundert gegründet. Vermutlich war die Kirche dem St. Brettiva geweiht, ein örtlicher Heiliger über den man kaum etwas weiß. Munkeby war wahrscheinlich das nördlichste römisch-katholische Kloster der Welt.

Trondheim 019-400Unser heutiges Reiseziel ist Trondheim. Suchen erst mal den Womo Stellplatz am PIR 2, den es wohl nicht mehr gibt und parken verbotener Weise dann am Hafen in der Hoffnung, dass es keine Probleme gibt. Bis zur Innenstadt sind es ca. 20 Minuten Fußweg. Wir besichtigen den berühmten Nidaros Dom, gehen über die Gamle Byro Brücke, schauen uns die alten Speicherhäuser an und genehmigen uns dann bei Mac Donalds ein feudales Menü. Anschließend schlendern wir an der Residenz der Königlichen Familie vorbei und bummeln dann am Hafen zurück in Richtung Womo, wobei wir das letzte Stück fast gerannt sind, da sich ein Unwetter zusammenbraute. Haben es noch so eben geschafft, trocken ins Womo zu kommen.
Da sich unser Gas wegen der anhaltend kühlen Tage langsam dem Ende zuneigt, haben wir uns entschlossen, nun Nonstop nach Deutschland zurückzufahren. Wegen der Gasprobleme werden wir uns wohl eine Gastankflasche zulegen, denn LPG-Tankstellen gibt es in Norwegen reichlich. Wir werden die restlichen Urlaubstage in Norddeutschland verbringen, Freunde besuchen, in Büsum ins Watt gehen und so wenig wie möglich Auto fahren.

Trondheim 059Trondheim 033Trondheim 035








Fazit:
Dieser Nordnorwegen-Trip war kein Urlaub im üblichen Sinne, sondern schon ein kleines Abenteuer. Obwohl es sehr kalt war und viel geregnet hat, übertraf diese Rundreise bei weitem unsere Erwartungen. Es ist ein herrliches Land mit unglaublichen Naturwundern. Wir haben das Ende von Europa gesehen, durften das Nordkap in allen Wetterlagen erleben, konnten die Lofoten zum Teil sogar im Sonnenschein bewundern und haben viele wild schäumende Wasserfälle bestaunt. Rentiere und Schafe haben uns während der gesamten Zeit im Norden begleitet. Es wurde 24 Stunden nicht dunkel und wir haben mehrmals die Mitternachtssonne erlebt. Leider blieb es uns verwehrt, einen Elch in freier Wildbahn zu sehen; aber man kann halt nicht alles haben.
Allerdings sind die Tunnel und die Straßenverhältnisse dort oben im Norden für jeden Autofahrer schon eine Herausforderung, die Udo aber immer ohne Probleme bewältigt hat. Die Lkw-Fahrer sollte man sich aber besser vom Leib halten. Mit einer Wahnsinnsgeschwindigkeit kommen sie angebraust und jagen einen solange, bis man ihnen Platz macht. Die “Bullenfänger” auf der Frontstoßstange haben schon gewaltige Ausmaße.

Reine Reisekosten:
Insgesamt sind wir 9000 km gefahren und haben 1060 Liter Diesel verbraucht (ca. 1300 €).
Für Fähren und Maut haben wir ca. 700 € benötigt.
Die Stellplatzkosten waren nicht sehr hoch, da wir fast immer frei gestanden haben.

Dank dem WoMoBuch von Schulz Norwegen (Nord) haben wir ohne Probleme alle Ziele und Stellplätze zügig gefunden. Auch wenn sicherlich die eine oder andere Information zwischenzeitlich überholt ist, können wir dieses Buch uneingeschränkt empfehlen. Ohne diesen Reiseführer hätten wir sicherlich viele schöne Stellplätze nicht gefunden, und wären auch viele Nebenstrecken nicht gefahren.



 
 
 
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